Robert Rauschenberg – Paintings Objects Collages

Ausstellungsdaten
28. April - 28. Juli 2018
Vernissage
27. April 2018

Robert Rauschenberg (1928-2008) war der Proteus unter den Künstlern des letzten Jahrhunderts. Als er 1964 den Preis der Biennale von Venedig erhält, bricht er eine Lanze für die Rezeption der neuen amerikanischen Kunst nach dem postabstrakten Expressionismus. Sein Weltruhm begründet sich in diesem Sommer. Kein Künstler hat mit so viel Risiko, Rebellion und Erfindungsreichtum wie Robert Rauschenberg mehr als ein halbes Jahrhundert lang Traditionen gebrochen und die Idee des Bildes in Revolten verwandelt, ohne je verletzen zu wollen, so daß jeder seiner Zeitgenossen, der nach 1960 die Grenzen des Bildes und der Skulptur herausforderte und daran glaubte, daß das ganze Leben für die Kunst offen sei, sich auf Rauschenberg beziehen konnte.

In seinen Bildern nimmt er auf, was für Bilder nie vorgesehen war. Er wird einmal sagen: »Die Materialien wissen, daß sie und ich gemeinsam etwas versuchen.« In der scheinbaren Unvereinbarkeit unterschiedlichster Fragmente und deren abstrakten und konkreten Dialogen liegt der Schlüssel seiner Revolte. Um eine reine Ästhetik der Heterogenität ist es jedoch nie gegangen. Rauschenberg fragte: »Warum sollte man sich nicht vorstellen können, daß die ganze Welt ein Bild ist?« Folgerichtig gibt es in seinen Werken keine Hierarchien mehr, keine Nobilitierungen. Die leidenschaftlichen Erfahrungen der Facetten des Lebens sind die Schöpfer dieser Werke.

Ein zerbeultes Strassenschild, eine ausgestopfte Ziege, ein Huhn, ein Autoreifen, Photographien von der Mondlandung, Zitate, ein Musikstück oder ein zerschlissener Bettbezug waren fortan genauso brauchbar zur Herstellung eines Bildes wie Leinwand, Ölfarbe, Terpentin oder der Siebdruck, den er im Sommer 1962 etwa gleichzeitig mit Andy Warhol entdeckt. »Ich wollte eine Oberfläche herstellen, die zum permanenten Wechsel der Blickrichtung, zur genauen wechselnden Betrachtung aller Details einlud.« Robert Rauschenbergs kontextueller Reichtum ist der Stoff, in dem fortan die urbanen Mythen leben, und im Versuch, die Unmittelbarkeit des Lebens mit der Kunst zu versöhnen.

Die Präsentation ist die zweite Einzelausstellung von Robert Rauschenberg in der Galerie Bastian.

Ausgewählte Werke

 
  • Robert Rauschenberg »Street Sounds West« 1993

    Intaglio in 8 Farben mit Photogravur
    143.5 x 88.3 cm [H x B]
    Edition: 15/37

  • Robert Rauschenberg »Glut in Jest« 1987

    Montiertes Metall
    96.5 x 203.2 x 50.2 cm [H x B]

  • Robert Rauschenberg »Matinee [Anagram (A Pun)]« 1997

    Druckerfarbe übertragen auf Polylaminat
    155.6 x 118.1 cm [H x B]

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