Photographie 19. Jahrhundert

Ausstellungsdaten
20. Januar - 14. April 2018
Vernissage
19. Januar von 18 - 20 Uhr

»Mit Licht malen« – so läßt sich der dem Griechischen entlehnte Begriff der Photographie übersetzen. Geprägt wurde die poetische Wortschöpfung von Sir John Herschel (1792-1871), der das erste auf Negativen basierende photographische Verfahren erfand.

In den Jahren vor 1850 wurden in Frankreich und Großbritannien zwei bahnbrechende Erfindungen öffentlich präsentiert: die »Daguerreotypie«, erfunden von Louis Daguerre (1787-1851) und vorgestellt im Jahre 1839, sowie William Fox Talbots Methode der »Kalotypie« im Jahr 1840. Diese beruhte bereits auf Negativen, und ermöglichte somit nicht nur zahlreiche Abzüge einer Abbildung, sondern ebnete auch den Weg für weitere Technologien, wie etwa die Kollodium-Nassplatte von Gustave Le Gray (1820-1884) und Frederick Scott Archer (1813-1857). Durch Methoden wie diese wurden die Materialkosten gesenkt, und die Verbreitung der Photographie gefördert.

Betrachtet man die Grundkoloration der frühen Abzüge, so fällt ein breites Spektrum auf. Dieses reicht von Sepia- bis Goldtönen, den damaligen ästhetischen Konventionen folgend, bis zu Blau-, oder sogar Grünabstufungen. Die künstlerische Qualität der Photographien wird ferner durch die ausgeprägten Nuancierungen der Sepiatöne deutlich.

Unsere Ausstellung ermöglicht einen Einblick in die Vielfalt der Sujets aber auch der Verfahren der frühen Photographie. Die Abbildungen sind wie getönte Fenster, durch die wir Fragmente vergangener und ferner Welten betrachten können.

Über dem Zauber der Photographien des 19. Jahrhunderts liegt der Geist der Entdeckung. Die Welt wird plötzlich in ihrer Unermesslichkeit, ihren vielfältigen Kulturen und rätselhaften Erscheinungen leidenschaftlich erkundet. Die Bilder der kühnen Photographen, die sie von ihren Expeditionen und Reisen als Schätze aus fernen Ländern mitbringen, lösen Erstaunen und Bewunderung aus.

Bald verbinden sich mit dem triumphalen Aufstieg der Photographie selbst gefundene, ästhetisch künstlerische Kategorien, die das Medium verändern. Dieses metaphorische Erwachen der Photographie ist auch die Zeit der großen Dichtungen von Charles Baudelaire und Paul Verlaine, Arthur Rimbaud, Stéphane Mallarmé oder William Butler Yeats. Die Photographie ist jetzt, neben den Bildern der Maler und dem dichterischen Wort, Teil der geheimnisvollen Schönheit.

Ausgewählte Werke

 
  • Auguste Salzmann »Jérusalem. Fontaine Arabe« 1854

    Salzpapier, Papiernegativ
    Blanquert-Évrard-Verfahren
    13 x 9.3 in. [H x B]

  • Gustave Le Gray »Grande Vague, Cette (Sète)« 1856-1858

    Albuminpapier, nasses Kollodiumverfahren,
    Glasnegativ auf Papier
    34 x 41.8 cm [H x B]

  • Francis Frith »The Southern Stone Pyramid of Dahshoor. From the South« 1857

    Albuminpapier, nasses Kollodiumverfahren,
    Glasnegativ auf Papier
    16 x 22.9 cm [H x B]